Ich bin ein großer Freund von Dingen, die es nicht mehr gibt. Besonders bei Instrumenten. Und so hat wieder eine Gitarre, die schon lange vom Markt ist, ihren Weg in mein Musikzimmer gefunden. Sie hatte in den letzten Jahren nur noch existiert, wurde nicht mehr gespielt und leider auch nicht mehr gepflegt, wenn sie das überhaupt je wurde. Gebaut im Les Paul Styl mit Schlagbrett.
Die Coxx Gitarren wurden in den 1990 / 2000er Jahren als günstig Gitarren hergestellt und das wie zu erwarten im Asiatischen Raum. Sie galten als Einsteigergitarren. Leider haben damals, wie heute solche Marken keine Seriennummern vergeben, um irgendetwas nachzuvollziehen zu können. Die Informationen, die man findet, sind sehr spärlich.
Die Meinungen über die Qualität gehen wie immer weit auseinander. Aber das ist eben immer eine Sache der Persönlichen Sichtweiße. Ich will sie wieder spielbar machen und meinen Spaß damit haben und Musik machen. Die Substanz der Gitarre ist gut. Damit lässt sich definitiv etwas anfangen.
Die Verarbeitung ist bemerkenswert gut. Wenn man daran zurück denkt das solche Gitarren zu damaligen zeiten schon deswegen sehr verschrienen waren. Da bieten Marken wie Harley Benton heute eine weit bessere Qualität. Aber die Coxx ist wirklich sehr gut verarbeitet.
Ich hatte anfangs vor einige Teile zu erneuern. Dann habe ich mich aber doch dazu entschieden das Instrument im Originalzustand zu erhalten. Dieser Retrolook steht der Gitarre sehr gut.
Zunächst habe ich erst einmal die alten Seiten entfernt. Sie waren so rostig, da traue ich mich gar nicht mehr die anzuschlagen aus Angst das sie mir um die Ohren fliegen. Die sind 15 Jahre alt oder älter. Dann erfolgte eine Reinigung. Bundstäbe polieren und das Griffbrett schön mit Lemon Öl abreiben. Glücklicherweise ist es nicht so stark eingetrocknet das die Einlagen raus stehen.
An einem Bund hat sich zwischen der Einlage und dem Bund Stab ein kleines Stück Holz abgelöst. Das ist aber nur sehr oberflächlich und fällt nach dem Ölen des Griffbretts nicht wirklich mehr auf.
Für die Reinigung und das Polieren nutze ich übrigens Zahnpasta und eine Zahnbürste. Damit bekommt man ganz hervorragend alles sauber. Auch den Body der Gitarre habe ich damit poliert. Sieht super und sauber aus. Mit einem Tuch Einreiben, abreiben und mit einem Fusselfreien Tuch polieren.
Nun noch neue Saiten aufziehen, alles einstellen und stimmen. Jetzt steht die alte Lady wieder im Licht und glänzt und wird nicht mehr in einer Tasche versteckt. Auch wenn es eine alte günstig Gitarre aus China ist, hat sie es verdient. Ich finde man sollte auch sowas erhalten und pflegen. Die Marke selbst gibt es schon lange nicht mehr und ist somit auch ein Teil der Geschichte.
Technische Daten:
Technische Daten kann leider ich nicht viele liefern. Welche Pickups verbaut wurden lässt sich nicht herausfinden. Auch das verwendete Holz der Gitarre bleibt ein Rätsel. Aber das ist auch nicht so wichtig.
Der Hals verfügt über 21 Bünde, der Sattel ist 42 mm breit und die Mensur 642 mm lang. Das Gewicht würde ich mal auf 2,5 bis 3 Kilo schätzen. Sie ist hervorragend ausbalanciert und nicht Kopflastig. Die neuen Saiten die ich aufgezogen habe, sind von Ernie Ball in der Stärke 10 – 46.
Ein Baujahr kann ich nicht ermitteln. Die Hauptproduktionszeit lag zwischen 1990 bis 2007. Produziert wurden sie in China und Südkorea überwiegend für Deutschland. Teilweise auch mit dem Schriftzug „Made in Germany“. Da die Gitarre beim Vorbesitzer ca. 15 Jahre nur ungenutzt stand, ist sie also 15 Jahre alt oder älter.
Mehr Informationen habe ich bis Dato nicht heraus bekommen. Wenn jemand mehr weiß, bitte in die Kommentare schreiben. Mich interessiert das. 🙂
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