Vor etwa zwei Monaten musste ich mir einen neuen Modler besorgen, da mein Versuch, mit dem alten Gerät eine DAW aufzubauen, gescheitert war. Schließlich entschied ich mich für das preiswerte Harley Benton DNAfx GiT Core. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Verstärker bietet dieses Gerät mehr Möglichkeiten bei weniger Equipment – das spart nicht nur Kosten, sondern auch wertvollen Platz, den sonst Verstärker benötigen.
Oft spiele ich mit Kopfhörern, vor allem abends, oder ich schließe meine Soundbar an und genieße einen tollen Sound. Für E-Gitarre und E-Bass brauche ich keine zwei separaten Verstärker; am Effektgerät wechsle ich einfach die Einstellung und habe alles, was ich brauche. Ich möchte noch betonen, dass ich weder Band- noch Bühnenambitionen habe.
Nach zwei Monaten intensiver Nutzung kann ich nun ein Fazit ziehen. Für das Harley Benton DNAfx GiT Core habe ich damals 99,00 € bezahlt. Bei den Anschlussmöglichkeiten muss man einige Kompromisse eingehen. Wer jedoch alleine spielt, schließt ohnehin meist nur eine Gitarre an. Zu den Presets möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern – andere haben dies bereits ausführlich getan, und die Bewertung ist ohnehin subjektiv. Alle Presets sind grundsätzlich brauchbar, doch letztlich hängt ihr tatsächlicher Nutzen vom individuellen Geschmack des Nutzers ab. Aber es sind viele, und alle sind anpassbar.
Die Presets erscheinen in der Standardkonfiguration vergleichsweise zurückhaltend. Die idealen Einstellungen können jedoch je nach bevorzugtem Musikstil variieren. Da ich hauptsächlich im Metal-Bereich aktiv bin und einen kraftvollen, dunklen Klang bevorzuge, habe ich die Bässe weiter angehoben und den Gain entsprechend angepasst.
Mein Anschluss-Szenario:
Zusätzlich zum Stromanschluss und dem USB-Kabel, das zum Computer führt, sind bei mir entweder Kopfhörer oder die Soundbar angeschlossen (rotes Kabel). Danach folgt die Output-Buchse, in die ein Instrumentenkabel eingesteckt ist (schwarz), das direkt zum Gitarrenverstärker leitet. Dadurch kann der Verstärker als Box genutzt werden, inklusive aller Funktionen. Ich habe alles so verbunden, dass ich auch dann spielen kann, wenn Windows gerade mal wieder keinen Bock hat. 😉

Ein weiteres Instrumentenkabel (gelb) verläuft von der benachbarten Buchse zur Gitarre oder zum Bass. Die externe Buchse daneben bleibt momentan ungenutzt.
Das Gerät zu installieren ist unkompliziert: Es wird automatisch erkannt und es empfiehlt sich, die Konfigurationssoftware zu installieren. Damit lassen sich beispielsweise die Presets optimal anpassen. (Die Software ist allerdings nur für Windows verfügbar.)
Die eigentliche Einrichtung fand in der DAW-Software statt und war schnell erledigt. Seitdem läuft alles problemlos. Das Harley Benton DNAfx GiT Core überträgt sämtliche gespielten Klänge direkt an die DAW-Software. Wenn ich die Hintergrundmusik des DNAfx nutze, wird auch diese automatisch aufgenommen. Alles, was vom Modeller ausgegeben und hörbar ist, kann ich unkompliziert aufzeichnen – genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Das kleine Extra Stimmgerät:
Das integrierte Stimmgerät empfinde ich als äußerst praktisch. Es erspart mir das Hantieren mit den kleinen externen Geräten, die man sonst an die Kopfplatte klemmt, liefert aber die gleichen zuverlässigen Ergebnisse. Das Gerät reagiert erstaunlich präzise beim Anschlagen einer Saite und stimmt zuverlässig.

Um das Stimmgerät zu aktivieren, hält man einfach den linken Fußschalter ein paar Sekunden gedrückt. Hat man allerdings die Lautstärke der Gitarre komplett heruntergedreht, passiert zunächst nichts – der Volume-Regler muss also aufgedreht sein, damit das Stimmgerät arbeitet.
Insgesamt ist es ein sehr gutes Gerät, besonders wenn man – wie ich – hauptsächlich zu Hause spielt. Möchte man jedoch zwei Gitarren gleichzeitig anschließen, benötigt man ein Zusatzgerät oder sollte gleich ein entsprechendes Modell wählen.
Als Rechner für die Arbeit als DAW nutze ich einen gebrauchten iPC, den ich günstig ohne Festplatte gekauft habe. Der braucht nicht mehr Platz als das DNAfx. Im Inneren arbeitet eine 6-Kern-CPU (i5, 12. Generation) mit 16 GB RAM, und als Datenträger dient eine 256 GB große M.2. Da keine hohen grafischen Anforderungen bestehen, reicht die Onboard-Grafik völlig aus. Für das System und die wenigen Anwendungen die darauf installiert sind ist auch der Speicherplatz ausreichend. Die erzeugten Daten wie MP4 und die Notenblätter werden in die Cloud gespeichert und von dort auch geöffnet.
Im damaligen Test konnte ich problemlos drei Stunden am Stück aufnehmen – das System hat diese Aufgabe mühelos bewältigt. Wer also etwas gutes, einfaches und vor allem Preisgünstiges sucht ist damit gut beraten. Wenn jemand Fragen dazu hat dann bitte in die Kommentare schreiben. Ich versuche diese natürlich zu beantworten. 🙂
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