Erst kürzlich haben wir einen Tagesausflug nach Tschechien gemacht, um einfach mal rauszukommen. Auch wenn das Wetter kühl und gemischt war, aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Klamotten. 🙂
Auf dem Heimweg sind wir an dem Museum in Mödlareuth vorbei gekommen an der ehemaligen Grenze. Dieser Ort war vor der Wende zwei geteilt in Ost und West. Da meine verlobte das noch nicht kannte sind wir kurz endschlossen noch hingefahren und haben uns die Außenanlagen angesehen.
Für mich der in der DDR aufgewachsen ist und das alles mitgemacht hat, ist das selbst nach 35 Jahren immer wieder wie ein böser Traum. Ich hatte auch schöne Lebensabschnitte in diesem Land. Aber als ich bewusst war, genommen habe was diese Politische Erziehung und diese ganz tägliche Gehirnwäsche bezweckt habe ich mich stehts gegen dieses System gestellt. Ich habe mich jeden Tag aufs neue geweigert das mitzumachen. Das brachte mir sehr viel Stress ein. Denn sie haben nicht lockergelassen. Für mich persönlich war die Wiedervereinigung ein Segen.
In Mödlareuth wurde ein Stück der Grenzanlage erhalten. Und ehrlich gesagt, wenn ich mir das heute so ansehe, erinnert mich das eher an ein Konzentrationslager, nicht an eine Landesgrenze. Die Geschichte bezieht sich zwar dort nur auf den Ort, wo die Menschen ja auch unter ständiger Beobachtung leben mussten. Aber die anderen Landesgrenzen der ehemaligen DDR waren ja ähnlich abgesichert.
Auf Informationstafeln bekommt man die Geschichte sehr gut durch Fotos und Texte gezeigt. Die wenigsten wissen eigentlich, wie das wirklich war. Das meiste hat man ohnehin erst nach der Wende erfahren. Im Vertuschen war der Staatsapparat der DDR ganz hervorragend.
Ein kleiner Wachturm, auch Buschwächter genannt von innen mit Sehschlitzen. Sie sorgten mit für eine rundum Überwachung. Klein wie sie waren wurden sie auch in Wäldern versteckt. Ich konnte gerade so darin aufrecht stehen.
Ich erinnere mich das an meinem damaligen Wohnort in der nähe der heutigen Autobahn A9 auch solche kleine Buschwächter standen. Vor allem da, wo Transitreisende auf den Parkplätzen halt gemacht haben. Der Kontakt zur Bevölkerung sollte möglichst vermieten werden. Vor allem von den Reisenden aus der Bundesrepublik.
Auf dem Parkplatz, von dem man zur Außenanlage kommt, steht ein alter russischer Panzer Modell T34. Der sowjetische Kampfpanzer T-34 gehörte ab 1949 zur Erstausstattung der bewaffneten Organe der ehemaligen DDR.
Ich hatte das Glück nie in der DDR zur Armee (NVA) zu müssen. Ich weiß nicht, warum ich nie eingezogen wurde. Mir war das aber ganz recht. Ich hätte keine Lust ein Land zu verteidigen was sein eigenes Volk mit Stacheldraht in Schach hält. Und ich hätte schon gar kein Interesse in so einer Blechdose zu sitzen. 😊
Zu guter Letzt…
Ich selbst war nun das dritte Mal dort, und wie ich sehen konnte, wird dieses Museum auch noch erweitert. Wer da mehr wissen will sollte da mal hin. Für mich sind es immer wieder Erinnerungen an eine für mich politisch böse Zeit.
Als Regime Gegner hatte man es nicht leicht in einem Land wie der ehemaligen DDR. Und da geöhrte ich nicht mal zu denen die das laut gemacht haben. Viele wurden für ihre offene Meinung eingesperrt. Davor hatte ich eine große Angst, den Rechte hatte man dann überhaupt keine mehr.
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